Dieser Blog berichtete in den Sommermonaten 2016 über die Situation geflüchteter Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze. Der Name „Idomeni“ wurde damals durch die menschenunwürdigen Bedingungen eines „illegalen“ Flüchtlingslagers und dessen Räumung zu einem Sinn- und Spiegelbild der europäischen Flüchtlingspolitik bzw. eines sich immer weiter zu spitzenden globalen Konfliktes zwischen der Mehrheit der Weltbevölkerung und dem sogenannten „industriellen Norden“.
Seit der Entstehung des Blogs ist mehr als ein Jahr vergangen. Der Krieg im Irak und Syrien tobt immer noch. Auch wenn sich die Koordinaten von Zeit zu Zeit verschieben, ist ein Ende des Konfliktes nicht abzusehen. In Afghanistan nehmen die militärischen Auseinandersetzungen kontinuierlich zu. Das ist den europäischen, allen voran deutschen Autoritäten offensichtlich scheiß egal. Abschiebungen finden regelmäßig statt.

Heute, gegen vier Uhr morgens, hat die griechische Polizei begonnen das, sich in der Nähe von Polykastro befindende, Geflüchteten-Camp EKO zu räumen. Das inoffizielle Camp nahe der griechisch-mazedonischen Grenze etablierte sich, wie einige andere wilde Camps auch, nach der Räumung des durch die Medien bekannt gewordenen Camp`s bei Idomeni bzw. nach der Schließung der sogenannten Balkanroute. Neben den offiziellen staatlich-organisierten Lagern, den sogenannten military camps, in denen es (immer noch) an sämtlichen humanitären Mindeststandards fehlt; wurde das bis zu 2500 Menschen zählende Camp an der Autobahnraststätte unter vielen Geflüchteten gemocht, weil Geflüchtete und Aktivist_innen eine Struktur der Selbstorganisation schufen. Autonome Küche, Schule, Radio oder Kino konnten so vielleicht an einigen Stellen die Lebensrealität einiger Menschen menschenwürdiger
nerstag Nachmittag (11.06.2016) an einer Autobahnraststätte nahe der Ortschaft Polykastro. Genau gegenüber, ca. 50 Meter Luftlinie vom sogenannten EKO-Camp entfernt, sitzt ein 23 Jähriger Mann aus dem Irak bei 26° Grad Schattentemperatur auf einer alten Holzbank und ist sichtbar erleichtert offen über seine Geschichte und sein Leben sprechen zu können. Allerdings will er ungern im Internet erkannt werden.
, am 6. Juni 2016, begann die Evakuierung der Camps Hotel-Hara und BP-Station nahe der Ortschaft Evzoni bei der griechisch-mazedonischen Grenze. Bis in die Mittagsstunden stiegen dutzende Bewohner_innen des Camps in drei Busse und wurden in offizielle Camps nahe Thessaloniki gefahren (
Das „Camp Fracaport“ bei Sindos liegt in einem abgelegenen Industriegebiet am Stadtrand Thessalonikis. Ein heruntergekommenes Fabrikgelände und eine ausgediente Lagerhalle, in denen ca. 150 Zelte der UNO-Flüchtlingshilfe stehen, dienen den ca. 1000 Geflüchteten als Unterkunft. Es ist eines der sogenannten offiziellen Camps, was in diesem Fall nicht viel mehr bedeutet, als dass die Behörden die Menschen nach der Räumung „Idomenis“ aus den Bussen hier einfach absetzten und sich selbst überließen. Seit dem steht ein Polizeiauto am Eingang des Geländes und kontrolliert die Akkreditierung der Menschen die sich von Außerhalb (Journalist_innen, Freiwillige) ein Bild über die Verhältnisse im Lager machen wollen.
Das Camp in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze, mit über 10000 BewohnerInnen, wurde vor gut zwei Wochen geräumt. Die Medien berichteten wochenlang über die unzumutbaren Zustände im Camp und über die Räumung. Seit dem ist einiges passiert, nur scheint das Interesse in der Öffentlichkeit zu schwinden. Der griechische Staat hat einige weitere offizielle Camps eingerichtet in dem sich die Menschen registrieren lassen müssen bzw. wollen. Ca. 4000 Flüchtlinge haben sich in diese Camps, unter anderen bei Nea Kavala oder Thessaloniki begeben. Andere wollen nicht in die Lager, da durch eine Registrierung eine weitere Flucht unmöglich gemacht werden würde. Zur Lage in diesen Camps gibt es nur wenige Informationen, da nur ausgewählte JournalistInnen und Freiwillige Zugang erhalten.
Dieser Blog berichtet über die Situation an der griechisch-mazedonischen Grenze. Der Name „Idomeni“ wurde durch die menschen-unwürdigen Bedingungen eines „illegalen“ Flüchtlingslagers und dessen Räumung im Mai 2016 zu einem Sinnbild der europäischen Flüchtlingspolitik bzw. eines sich immer weiter zu spitzenden globalen Konfliktes zwischen der Mehrheit der Weltbevölkerung und dem sogenannten „industriellen Norden“.