Das „Camp Sindos“ – Offiziell versteckt im Industriegebiet

sindos2Das „Camp Fracaport“ bei Sindos liegt in einem abgelegenen Industriegebiet am Stadtrand Thessalonikis. Ein heruntergekommenes Fabrikgelände und eine ausgediente Lagerhalle, in denen ca. 150 Zelte der UNO-Flüchtlingshilfe stehen, dienen den ca. 1000 Geflüchteten als Unterkunft. Es ist eines der sogenannten offiziellen Camps, was in diesem Fall nicht viel mehr bedeutet, als dass die Behörden die Menschen nach der Räumung „Idomenis“ aus den Bussen hier einfach absetzten und sich selbst überließen. Seit dem steht ein Polizeiauto am Eingang des Geländes und kontrolliert die Akkreditierung der Menschen die sich von Außerhalb (Journalist_innen, Freiwillige) ein Bild über die Verhältnisse im Lager machen wollen.

neusindos12Freiwillige von einer NGO (NGO`s wurden erst vor einigen Wochen zugelassen) verteilen 2 oder 3 Mal Essen am Tag und ein Arzt ist ein Mal am Tag für drei oder vier Stunden anwesend um sich um die Kranken und Verletzten zu kümmern. Einige der Bewohner_innen berichten, dass täglich welche von ihnen durch Notärzte nach Thessaloniki gebracht werden und später dann dort allein fest sitzen weil sie sich das Rückgeld für ein Taxi nicht leisten können. Auf dem dreckigen Außengelände, an dessen Enden/Ecken sich der Müll häuft und es nach Fäkalien riecht, befinden sich ca. 50 Dixitoiletten für die Menschen. Hinter der Fabrikhalle türmt sich ein großer Berg voller Schrott und Müll. Es gab bis vor kurzem kein fließendes Wasser und keine Elektrizität, welche immer noch völlig unzureichend ist. Die Menschen müssen 20 Minuten zu einer Tankstelle laufen um Handys, etc. auf zu laden. In der stickigen Fabrikhalle stehen die weißen Zelte der UNO, dicht gedrängt aneinander. Eine kurdische Geflüchtete, die Journalist_innen und Freiwillige durch das Lager führte um über die Situation aufzuklären, beschrieb die Zustände als unzumutbar für Menschen: „thats a place to live for animals, but not for humans!“.

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Es gibt weitere solche „offizielle Camps“ in der Umgebung Thessalonikis bzw. in ganz Griechenland und es ist davon aus zu gehen das es, nach der Räumung „Idomenis“, weitere Lager gibt in denen Menschen quasi versteckt vor der Öffentlichkeit und in ähnlichen oder unter noch schlechteren „Lebensbedingungen“ untergebracht wurden.

 

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